Das Leiden der „Nutz"tiere
Seit vielen Jahren machen Tierschutz-Organisationen auf die Missstände in der „Nutztier"haltung aufmerksam und protestieren gegen tierquälerische Haltungsbedingungen. Aber noch immer werden Rinder, Kälber, Schweine, Kaninchen, Hühner und andere „Nutz"tiere auf engstem Raum eingepfercht; oft gewährt man ihnen nicht einmal genug Platz, um sich hinzulegen. Tierkinder werden viel zu früh ihren Müttern entrissen, Tageslicht und frische Luft erleben die Tiere meist erst auf ihrem letzten Weg - in die Schlachthäuser.
Die Haltungsbedingungen führen zu seelischen und körperlichen Schäden, z.B. zur Verkrümmung der Vorderfüße und zu Entzündungen der Klauen und Gelenke. Zudem ziehen sich die Tiere auf den Spalterböden schmerzhafte Verletzungen an den Füßen und am Euter zu. Doch in den meisten Betrieben sind nicht nur die tierquälerischen Haltungsbedingungen zu bemängeln, sondern auch die mit der Massentierhaltung verbundenen ökologischen Probleme. Die anfallende Jauche sickert in so manchem Betrieb völlig unkontrolliert in den Boden. Experten gehen davon aus, dass mehr als die Hälfte der weltweiten Treibhausgase durch unsere „Nutz"tiere produziert wird.
Der ETN e.V. hat Konzepte für eine tiergerechte „Nutz"tierhaltung entwickelt. Der Mahdtalhof im Kleinwalsertal ist ein Musterbetrieb, der zeigt, wie artgerechte Rinderhaltung in der Praxis aussehen kann. Mit der Landbauschule Dottenfelderhof wurde ein Pilotprojekt zur tiergerechten Schweinehaltung umgesetzt. Das natürliche Verhalten der Tiere wurde zugrunde gelegt und die Lebensqualität der Tiere nachhaltig verbessert. Der ETN e.V. stellt interessierten Landwirten gerne Baupläne und Finanzierungsmodelle zur Verfügung.
Mit der Aktion „0" oder „1" - sonst keins! reagieren wir auf die tierquälerische Haltung der Legehennen, denn der Verbraucher entscheidet beim Kauf von Eiern, welche Hennenhaltung er unterstützt. Das Verbot der Käfighaltung wurde zugunsten einer neuen Haltungsform, der sog. „Kleinvoliere", aufgehoben. Lassen Sie sich nicht in die Irre führen!
Wussten Sie, dass das Leben eines Masthuhns in Deutschland gerade mal fünf Wochen währt? Mit unserem Aufklärungsfilm „Das kurze Leben der Masthühner" ermöglichen wir einen Blick hinter die Kulissen der deutschen Hühnermast.
Schätzungen zufolge werden weltweit pro Jahr 50 Milliarden Tiere lebendig transportiert - oft in qualvoller Enge, krank, ohne Wasser und Futter. Tiertransporte sind ein Martyrium ohnegleichen. Um die gesetzlichen Mindeststandards zu kontrollieren und Verstöße zu ahnden, bedarf es Tierschützern, die die Transporte begleiten, Missstände dokumentieren und einschreiten! Genau das leisten die „Engel" von „Animals' Angels". Seit Juli 2009 fördert der ETN e.V. einen solchen „Nachwuchsengel", der die Tiere auf dem Weg in die Schlachthäuser begleitet.
Mit auf diese Todestransporte werden jedes Jahr mehr als 3.000 Fohlen als „Überschussware" der Noriker- und Haflingerzucht in die italienischen Schlachthäuser geschickt. Um auf das Schicksal der Pferde aufmerksam zu machen, war der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. auch in diesem Jahr auf der größten Fohlenauktion in Maishofen vor Ort und konnte erneut einige der Tiere retten.
Die geretteten Fohlen und viele andere Großtiere finden Aufnahme auf dem ETN-Tierschutzhof Huppenhardtt. Das zehn Hektar große Anwesen bietet seit 2005 seinen tierischen Bewohnern neben zahlreichen saftigen Weiden großzügige Stallungen, Offenställe, Weidehütten, Paddocks und Sandausläufe. Hier führen viele ehemals geschundene Kreaturen endlich ein artgerechtes Leben.
|