Rettungszentren - um das Martyrium der Mondbären zu beenden

 

Sie gleichen den Opfern einer mittelalterlichen Folterkammer, in engen Käfigen eingesperrt, mit klaffenden, entzündeten Wunden in ihren Bäuchen, aus denen rostige Metallkatheter ragen. Bären, die zur „Gewinnung" von Gallesaft regelrecht lebendig „angezapft" werden.

In China und Vietnam werden Tausende von Bären in solchen „Farmen" gehalten.

Geschützt und dennoch ausgebeutet

Mondbären, auch als Asiatische Schwarzbären oder Tibetanische Mondbären bekannt, werden für die Herstellung von Medizin und Kosmetika, als Nahrungsmittel und zur Belustigung ausgebeutet. Ihre Heimat ist Asien, ihr Name stammt von der gelben, halbmondförmigen Fellzeichnung auf ihrer Brust. Mondbären sind eine von acht existierenden Bärenarten weltweit und auf der Liste der „Convention on International Trade in Endangered Species" (CITES) in Anhang 1 aufgeführt - und gehören somit zu den meist bedrohten Arten. In freier Wildbahn leben in China nicht einmal mehr 20.000 Tiere. Sie können bis zu 30 Jahre alt werden. In Gefangenschaft sterben viele bereits mit 15 Jahren.

Begehrt: der Gallensaft

Gallensaft wird seit über 3.000 Jahren in der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verwendet. Der darin enthaltene Wirkstoff UDCA (Ursodeoxycholic acid) wird bei Leberleiden, Hämorriden, Augenentzündung und Fieber eingesetzt. Allerdings hat Animals Asia Foundation (AAF) im Gallensaft der geretteten Tiere zahlreiche Eitererreger festgestellt.  Überschüssige Galle wird in Produkten ohne jeden medizinischen Wert, wie Shampoos, Hautcremes und Wein, verwendet. Das Abzapfen der Galle ist eine grausame und unnötige Praxis, zumal es längst mehr als 50 pflanzliche und viele synthetische und kostengünstigere Alternativen gibt.

ETN fördert Bärenrettungszentren

Der ETN unterstützt die Arbeit von „Animals Asia Foundation" (AAF), einer Organisation, die sich bemüht, die gequälten Bären zu befreien, und zugleich Aufklärung betreibt.

Am 14. Mai 2009 wurde im Mondbären-Rettungszentrum im vietnamesischen Tam-Dao-Park nahe Hanoi ein neues Bärendoppelhaus mit Freigehege eingeweiht - mit ermöglicht durch den ETN. Insgesamt 30 Bären haben bislang auf dem Gelände dieses Rettungszentrums eine neue Heimat gefunden - 200 sollen es am Ende sein. Bereits 2006 sponserte der ETN ein Bärendoppelhaus in Chengdu (China), für insgesamt 48 Bären. Bislang wurden 260 Bären in China und 30 in Vietnam gerettet.

Ziel: Schließung der Farmen

In den Zentren werden die befreiten ehemaligen Farmbären rehabilitiert und können erstmals ein Leben ohne Schmerzen führen. Nach der Rettung wird allen Bären zunächst die zerstörte Gallenblase entfernt - eine notwendige und lebensrettende Operation. Die Tiere sind körperlich in einem fürchterlichen Zustand: abgetrennte Gliedmaßen (bedingt durch Fallen), zernagte Tatzen, abgebrochene Zähne, Käfignarben am ganzen Körper bis hin zu chronischen Entzündungen. Neben den körperlichen Schäden, sind die Tiere durch die jahrelange Gefangenschaft schwer traumatisiert. Aber im Bärenrettungszentrum lernen sie wieder, was Leben ist!

Durch eine intensive politische und öffentlichkeitswirksame Arbeit soll die Abschaffung der Bärenfarmen in China und Vietnam durchgesetzt werden. Bärenfarmen sind in Vietnam verboten, trotzdem werden dort mehr als 4.000 Bären in Gefangenschaft gehalten und wegen ihrer Galle gemolken. „Animals Asia" setzt verstärkt auf die Zusammenarbeit mit der Regierung, um die Farmen zu schließen und die Bären zu konfiszieren. In China zahlt AAF den Farmern eine Entschädigung, um zu verhindern, dass Tiere geschlachtet und einzelne Körperteile verkauft werden. Zudem soll so beim Aufbau alternativer Beschäftigungsmöglichkeiten geholfen werden. Die Provinzregierung zieht die Lizenz dieser Bauern ein, neue werden nicht mehr vergeben.

Fotos Animals Asia Foundation

 

 

Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.   Hof Huppenhardt   53804 Much