Straßentiere in der EU
Herrenlos und ohne Rechte

Streuner - herrenlose Hunde und Katzen, ausgesetzt und sich selbst überlassen - trifft man besonders häufig auf den Straßen Süd- und Osteuropas. In den meisten EU-Ländern kennen die Behörden bislang nur eine Antwort: einfangen und töten! Mancherorts werden die Hunde und Katzen auf grausamste Weise vergiftet, erschlagen oder direkt auf Müllhalden lebendig begraben. Tiere, die nicht den Vergiftungsaktionen zum Opfer fallen, landen nicht selten in städtischen „Tierheimen". Eine Bezeichnung, die diese Orte nicht verdienen und die nahezu zynisch klingt. Wer von hier nicht vermittelt oder von Tierschützern gerettet werden kann, stirbt. Gibt es, wie z. B. in Italien, Gesetze, die dies verbieten, bedeutet das noch lange nicht, dass Tiere ein artgerechtes Leben führen dürfen. Oft folgt ein Sterben auf Raten. In den sog. Tierheimen vegetieren die armen Geschöpfe häufig unter schrecklichsten Bedingungen. Hunger, Krankheit, Schmutz und Tod sind die täglichen Begleiter! Korruption und Bereicherung an diesem Tierelend sind ebenfalls keine Einzelfälle.

Neue Chancen für Straßentiere
Innerhalb der EU stößt das Schicksal der Straßentiere auf wenig Interesse. Der Tierschutz obliegt den einzelnen Mitgliedsstaaten, für Tiere gab es bislang nur Regelungen im Rahmen des Warenverkehrs und zum Thema Tiergesundheit. Auch hier nicht um der Tiere willen, sondern zum Schutz des Menschen, z. B. vor Tollwut. Die 2007 vorgestellte „EU-Tiergesundheitsstrategie - Vorbeugen ist besser als Heilen" hat eine Verbesserung der Tiergesundheit und des Wohlbefindens aller Tiere zum Ziel, ausdrücklich auch der Heim- und Wildtiere. Das gilt nun auch für Straßenhunde. Die Tiere müssen vor Ort behandelt, gekennzeichnet, geimpft, registriert, entwurmt und kastriert werden. Dieses Strategiepapier bietet seitens des Tierschutzes einen neuen Handlungsansatz auf EU-Ebene!
„Kastrieren statt Töten"
Und so hat der ETN e.V. gemeinsam mit der Tierschutzbeauftragten des Landes Hessen, Dr. Madeleine Martin, eine Kampagne zum Schutz der Straßentiere in der EU gestartet. Konzepte zu einem tierschutzgerechten Umgang mit Straßentieren werden vom ETN e.V. - in Zusammenarbeit mit seinen Partnern - in vielen Ländern Europas seit Langem mit Erfolg umgesetzt.
Unter dem Motto „Kastrieren statt Töten!" wurden in den letzten Jahren Tausende Hunde und Katzen kastriert, medizinisch versorgt und geimpft. Dieses Konzept ist nachweislich die einzig sinnvolle und tiergerechte Lösung des Streunerproblems.
EU-Resolution zum Schutz der Straßentiere Gemeinsam mit dem Bund gegen Missbrauch der Tiere, TASSO e.V. und VIER PFOTEN hat der ETN e.V. am 23. April 2009 im Rahmen eines Dialogs mit Vertretern der EU-Kommission in Brüssel eine Resolution gegen den brutalen Umgang mit Straßentieren überreicht. Angesichts des Elends herrenloser Hunde und Katzen sind - neben der karitativen
Hilfe für die Tiere - politische Veränderungen unabdingbar! Dass diese Auffassung von vielen Menschen geteilt wird, zeigt der Zuspruch: 60.000 Tierfreunde haben die Resolution unterzeichnet! Ziele der Aktion Mit unserer Resolution fordern wir die EU-Kommission und das EU-Parlament auf, ihrer Verantwortung den Straßentieren gegenüber nachzukommen. Wir fordern von Brüssel, endlich Einfluss auf die Mitgliedsstaaten im Sinne der Tiere zu nehmen - Tötungen zu verbieten und Kastrationsprojekte zu fördern!Wir erwarten, dass die EU-Kommission sich in ihrer Tiergesundheitsstrategie dem Leiden dieser Tiere durch vorbeugende Impf- und Maßnahmen der Geburtenkontrolle annimmt. Die EU muss im Dialog mit den Tierschutzorganisationen Regelungen schaffen, die es erlauben, bei einem Rechtsbruch die politisch Verantwortlichen auch zur Rechenschaft zu ziehen und denjenigen Mitgliedsstaaten zu helfen, die willens sind, jedoch nicht über die finanziellen und personellen Mittel verfügen, um nachhaltige Lösungsmodelle für die Streunertiere umzusetzen. Wir bleiben dran! Noch fehlt auf EU-Ebene ein wirksames Instrument, um die Tötungslager zu schließen und dem Problem der Streuner tierschutzgerecht zu begegnen. Gescheitert war der Versuch der drei EU-Parlamentarier Hammerstein, Hutchinson und Parish im Januar 2009, ein verbindliches gesamteuropäisches Tierschutzgesetz zu schaffen. Mindestens 50 % der EU-Parlamentarier hätten die eingereichte Erklärung unterzeichnen müssen. Doch nur 294 der insgesamt 785 Politiker unterschrieben - 99 Unterschriften fehlten!
Offensichtlich sehen noch zu wenige Abgeordnete Handlungsbedarf. Daher dürfen die Gespräche und der Druck nicht nachlassen! Doch wie die Reaktionen auf 60.000 unterzeichnete Resolutionen und auch die Abstimmung im EU-Parlament zeigen, sind wir auf dem richtigen Weg. Wir bauen darauf, dass Sie, liebe ETN-Freunde, uns dabei weiterhin unterstützen, und danken Ihnen von ganzem Herzen!

Im Urlaub Gutes tun: So können Sie Tieren helfen
In Spanien, Griechenland, der Türkei oder Ungarn gehören sie zum Straßenbild: Streuner. In manchen Hotelanlagen, aber vor allem an den Straßen und Plätzen, an den Stränden oder im Landesinneren begegnet man ihnen. Katzen, die mit ihren Jungen auf Nahrungssuche sind, ausgemergelte Streunerhunde, die sich - vielleicht verletzt - ein Schattenplätzchen suchen. Sie ernähren sich von Abfällen oder von dem, was die Touristen ihnen zukommen lassen. Doch ist es richtig, die Tiere für die Zeit des Urlaubs zu füttern und danach wieder ihrem ungewissen Schicksal zu überlassen? Folgende Verhaltensempfehlungen helfen Ihnen, im nächsten Urlaub Tieren zu helfen. |
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1. Was kann ich schon vor Antritt der Reise tun?
Informieren Sie sich über die Tierschutzprobleme in Ihrem Urlaubsland. Schreiben Sie den Tierschutzverein in Ihrem Urlaubsort an und bieten Sie Ihre Hilfe an. Die meisten Tierschutzvereine freuen sich über helfende Hände |
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2. Was mache ich, wenn ich in meiner Hotelanlage Streuner sehe?Sind die Tiere in Ihrer Hotel- oder Ferienhausanlage auf Futtersuche, so sollten Sie umgehend die Hotelleitung oder das entsprechende Informationsbüro informieren. Erkundigen Sie sich bitte genau, welche Vorgehensweise im jeweiligen Ort üblich ist. Machen Sie deutlich, dass Sie die Tötung oder Vertreibung der Tiere ablehnen. Fordern Sie die Hotelleitung auf, tierschutzgerechte Wege zur Versorgung der Streuner zu wählen. |
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3. Was mache ich, wenn ich einen verletzten Streuner entdecke?
Nehmen Sie Kontakt zu der örtlichen Tierschutzorganisation oder dem Partner des ETN vor Ort auf oder wenden Sie sich im Notfall an die Polizei. In diesem Fall empfehlen wir Ihnen: Bleiben Sie dabei und machen Sie deutlich, dass Ihnen das Wohlergehen des Tieres wichtig ist und dass Sie sich dafür einsetzen werden. Sollte es Ihre Zeit erlauben, begleiten Sie das Tier bis zum Tierheim und versichern Sie sich, dass es tierärztlich versorgt wird. |
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4. Was mache ich, wenn ich an meinem Urlaubsort Tierschutzprobleme feststelle?
Entdecken Sie an Ihrem Urlaubsort Zustände, die sie unhaltbar finden, scheuen Sie bitte nicht davor zurück, diese im örtlichen Rathaus anzuprangern. Sammeln Sie zuvor Unterschriften und äußern Sie Ihren Unmut, ggf. mit Hinweis auf die für Europa unzulässigen und eines Feriendomizils unangepassten Zustände. Nichts ist den Gemeinden unangenehmer, als der Unmut der Touristen. Informieren Sie immer kurz in schriftlicher Form. Versehen Sie Ihr Schreiben immer mit Namen, Datum und Passnummer. Viele Hotels und Tourismusbüros können Ihnen auch bei der Übersetzung in die jeweilige Landessprache helfen.
5. Soll ich streunende Tiere an meinem Urlaubsort füttern oder besser nicht?
Das Füttern der Tiere vor Ort für die Dauer des eigenen Urlaubes, füllt dem Streuner für ein paar Tage - vielleicht sogar für einen Sommer - den Bauch. Danach fällt er in eine doppelte Leere. Denn auch das neue, zaghaft aufgebaute Vertrauen zu dem Menschen, der sich kümmert, zerbricht ein weiteres Mal. Umso wichtiger ist auch hier das selbstbewusste Auftreten des Touristen. Zeigen Sie der Gemeinde Ihr Missfallen über die Situation. Wenn sich etwas zum Guten ändert: Loben Sie die Gemeinde und motivieren Sie sie damit, ihre Arbeit fortzuführen. |
6.Welche Möglichkeiten gibt es sonst noch, sich während des Urlaubs für die Tiere zu engagieren?
Meiden Sie alle „Bräuche" mit tierquälerischem Hintergrund, wie die Stierkämpfe in Spanien. Protestieren Sie laut. Leises Wegschauen hilft nicht. |
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Wie der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. hilft:
Bei den Streunern in den süd- und osteuropäischen Ländern handelt es sich zumeist um ausgesetzte Haustiere. Dadurch entledigten sich ihre ehemaligen Besitzer der lästig gewordenen Tiere. Da in vielen süd- und osteuropäischen Ländern die Kastration von Tieren als unnatürlich betrachtet wird, vermehren sich die ausgesetzten Tiere unkontrolliert weiter. Mit dem Ergebnis, dass noch mehr Hunde und Katzen im Elend auf den Straßen leben. Die einzige Möglichkeit, diesen Kreislauf des Tierleids zu durchbrechen, bildet die konsequente Kastration von Hunden und Katzen.
Um das Elend der Streuner langfristig zu beenden, entsendet der ETN seine Tierärzte in die verschiedenen europäischen Länder, um Kastrationsaktionen durchzuführen. Parallel finden Informations- und Aufklärungskampagnen statt, um die Bevölkerung für die Wichtigkeit von Kastrationen und die Bedeutung des Tierschutzes zu sensibilisieren. |
Wenn auch Sie helfen wollen, das Tierleid der Streuner dauerhaft zu beenden, so unterstützen Sie den ETN-Tierärztepool bei seiner wichtigen Arbeit. Werden Sie Spender oder Mitglied und sichern Sie damit die Arbeit unserer Tierärzte.
Spendenkonto des ETN:
Commerzbank Köln
BLZ: 370 800 40
Konto: 021 424 3004
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