ETN - Kastrationsprojekt Serres (26.06.2011 – 15.07.2011)

Zum nunmehr zweiten Mal führte der ETN auch dieses Jahr wieder eine großangelegte Kastrationsaktion in der Gemeinde Serres im Norden Griechenlands durch - und diese Aktion war ein Meilenschritt in Sachen Tierschutz in Griechenland!

Zum ersten Mal wurde das Projekt nicht nur, wie schon im letzten Jahr  von den verantwortlichen lokalen Politikern voll unterstützt, sondern konnte auch mit einer offiziellen Erlaubnis der griechischen Veterinärbehörden durchgeführt werden. Wir mussten nicht mehr im Verborgenen agieren, sondern konnten der Bevölkerung unsere Aktion im Voraus ankündigen. Aus diesem Grunde wurden bereits vor unserem Eintreffen große Medienkampanien gestartet, die die Öffentlichkeit über die Notwendigkeit und den großen Nutzen von flächendeckenden Kastrationen aufklärten.

Das Umdenken der Griechen hat besonders in politischen Kreisen schon sehr viel bewirken können. So waren die Bürgermeister von Serres unglaublich dankbar und glücklich, dass an die Erfolge der letztjährigen Kastrationskampagne angeknüpft werden konnte und unterstützten uns mit Leibeskräften. Ein Teil der rund 300 Strassenhunde in Serres wurde bereits im letzten Jahr von uns kastriert. Wir konnten uns selbst davon überzeugen, dass die Tiere tatsächlich wieder an ihre Ursprungsorte zurück gebracht wurden und nicht mehr - wie früher üblich - regelmäßig vergiftet oder lebenslang im Tierheim der Stadt eingesperrt werden. Es ist schön zu sehen, dass es den Tieren immer noch gut geht und sie in stabilen gesunden Rudeln ihr gewohntes Leben, ohne den steten Vermehrungsstress und dadurch verursachte Rangkämpfe, weiterführen konnten.

Die Aktion wurde dieses Jahr ganz offiziell im städtischen Tierheim von Serres in einem eigens dafür errichteten Anbau durchgeführt. Bereits in der ersten Woche gaben sich die verschiedenen lokalen Fernseh- und Radiosender sowie Zeitungsreporter die Klinke in die Hand. Das öffentliche Interesse an der Aktion war riesig.

Dies freute besonders Frau Kontou, die es als Präsidentin des örtlichen Tierschutzvereins als eine ihrer Hauptaufgaben ansieht, die Bevölkerung aufzuklären und zum aktiven Tierschutz durch Kastrationen zu bewegen. Frau Kontou, die das Projekt auch schon im letzten Jahr organisiert hatte, war wieder pausenlos im Einsatz, um Hunde zu fangen, uns zu helfen, die Hunde wieder an ihren Ursprungsort zurückzubringen und die Öffentlichkeitsarbeit durchzuführen. Von den 150 Mitgliedern ihrer Organisation sind leider nur 15 tatsächlich aktiv. Diese arbeiteten dafür aber umso ambitionierter mit, um der Aktion zum Erfolg zu verhelfen.

So konnten am Ende des Projektes 536 Hunde und Katzen kastriert werden. Dabei  beschränkte sich unsere Arbeit wie üblich nicht nur auf Kastrationen. Auch Wundversorgungen, Tumoroperationen und –behandlungen konnten durchgeführt und vielen kranken Tieren geholfen werden.

Die Bürgermeister der Stadt baten mich, noch einmal ihre große Dankbarkeit zu übermitteln. Sie sind sehr an einer weiteren Zusammenarbeit und einer Weiterführung der Kastrationsprojekte interessiert. 

Insgesamt hat der Tierschutz in dieser Region, besonders durch die intensive Arbeit von Frau Kontou, einen großen Schritt in die richtige Richtung gemacht. Der örtlich Tierschutzverein wird aktiv von der Stadt, der Polizei und der Kirche unterstützt.
Auch die Stadtbevölkerung scheint sich mittlerweile mehr der Verantwortung gegenüber den Tieren bewusst geworden zu sein. Das größte Problem im Moment sind die angrenzenden Dörfer. Dort ist die Mentalität der Menschen noch eine andere. Ungeliebte oder ungewollte Tiere werden weiterhin einfach ausgesetzt. Nachdem die vorbildliche Tierschutzarbeit in Serres nun publik geworden ist, werden die Tiere jetzt aber in die Stadt gebracht und ausgesetzt, denn dort kümmert man sich schließlich um sie. Aber ich denke, auch diesem Problem wird man mit der Zeit Herr werden.

Der Tierschutz in Serres ist auf dem richtigen Weg!

Dr. Susan Kohlhause

 

Zusammenfassung:

Insgesamt konnten 536 Tiere behandelt werden.

498 Hunde kastriert:
310 Hündinnen (davon 14 tragend, 1 Gesäugetumor entfernt, 2 Pyometras versorgt)
188 Rüden (1 Kryptorchide)
11 waren bereits kastriert
Außerdem 5 Tumorbehandlungen mit Vincristin, 3 Wundversorgungen.

38 Katzen kastriert:
28 Katzen (4 tragend)
10 Kater

 

 

Kastrationsaktion Region Murcia- die ersten Eindrücke

Im Juli 2010 operierten die Tierärzte des ETN für das gemeinsame Kastrationsprojekt mit Perros de Catalunya e.V.. Verschiedene Presseveranstaltungen und Aufklärungsaktionen wurden im Vorfeld in Zusammenarbeit in die Wege geleitet, um Aufmerksamkeit für das Projekt zu wecken.

 

 

In der  Region Murcia  sind viele kleine Tierheime und private Tierschützer
ansässig, die sich am Existenzminimum befinden. Es ist ihnen kaum möglich die Tiere satt zu bekommen, in vielenTierheimen wird aus der Not heraus
trockenes Brot gefüttert. Diesen Tierheimen konnte der ETN  die dringend notwendigen Kastrationen ermöglichen,  da die finanziellen Mittel hierfür zur Verfügung gestellt wurden. Wir konnten während der dreiwöchigen Kastrationsaktion in folgenden Bereichen helfen:

1)    Allen Tierheimen aus der Großgemeinde Murcia (Nahe Jumilla),

2)    Allen Besitzern, die ihre Tiere tagsüber auf den Straßen der Stadt laufen lassen,

3)    Streunern und

4)    nach Rücksprache mit der Gemeinde, allen „problematischen" Hundebesitzern

Am Ende des Projektes konnten 660 Tiere kastriert werden. Das Besondere an diesem Projekt war, die Möglichkeit von Anfang an die Öffentlichkeit auf die Arbeit der ETN-Tierärzte aufmerksam machen zu können. Fortlaufend konnte die Arbeit in diversen Fernseh- und Radiosendungen verfolgt werden. In einer abschließenden Pressekonferenz hob der Bürgermeister von Jumilla die Bedeutung der Kastrationsaktion besonders hervor und dankt dem ETN.

 

 

 

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