Ölpest in Neuseeland:

Die Lage rund um den auf ein Riff aufgelaufenen Containerfrachter "Rena" in der neuseeländischen „Bay of Plenty“ spitzt sich zu. Das Auseinanderbrechen des Havaristen scheint nur noch eine Frage der Zeit zu sein. Bislang ist erst ein Teil des an Bord befindlichen Betriebsöls ins Meer gelangt. Mehr als 1000 weitere Tonnen Öl könnten sich in den nächsten Tagen noch ins Meer ergießen…

freiwillige HelferÜber 4000 freiwillige Helfer haben sich bereits registrieren lassen, um bei den Aufräumarbeiten an der Küste zu helfen. Zudem sind Bergungsspezialisten damit beschäftigt, so viel Öl wie möglich abzupumpen. Dieses ist äußerst gefährlich, da sich der 236 Meter lange Frachter mit starker Schlagseite halb auf einem Riff befindet. Das Heck des Schiffes könnte jederzeit in die Tiefe sinken…

Neben den starken Verschmutzungen wurden bis zum jetzigen Zeitpunkt bereits 1300 verölte Seevögel tot an der Küste aufgefunden. 230 lebend geborgene Vögel, sowie 3 neuseeländische Seebären konnten in eine eigens errichtete temporäre Wildtier- Rettungsstation eingeliefert werden. Dort ist Platz für insgesamt 500 Tiere. Auch hat man damit begonnen, stark bedrohte Arten wie den Maoriregenpfeifer vor der drohenden Katastrophe in Sicherheit zu bringen. In speziellen Volieren sollen so viele Individuen wie möglich aufgenommen werden.    

angeschwemmter Container„Eine ähnliche Ölpest wie derzeit in Neuseeland kann jederzeit auch hier auf unserer heimischen Nord- oder Ostsee passieren“, berichtet Sascha Regmann vom Bündnis zur Rettung verölter Seevögel „PRO Bird“. Besonders während der heftigen Herbststürme ist es im relativ flachen Wasser vor unseren Küsten möglich, dass Fracht- oder Tankschiffe in gefährliche Situationen geraten. Dies hat uns die Vergangenheit schon des Öfteren gelehrt. Bislang sind wir nur mit sehr viel Glück an einer ganz großen Katastrophe vorbeigeschrammt.“

PRO Bird setzt sich seit Jahren dafür ein, dass die professionelle Rehabilitation verölt aufgefundener Seevögel ein fester Bestandteil der Gefahrenabwehr wird. Doch die behördlichen Mühlen mahlen sehr langsam in dieser Angelegenheit. Besonders in Schleswig-Holstein scheint man an einer konstruktiven Konzeption diesbezüglich nicht wirklich interessiert zu sein. Hier empfiehlt man in einer Leitlinie das Töten der betroffenen Tiere.

verölter Pinguin„Die Kosten der Pflege verölter Tiere in Schleswig-Holstein blieb bei vergangenen Einsätzen zum größten Teil bei den am Rettungseinsatz beteiligten Tierschutzorganisationen hängen. Wir fordern, dass endlich einmal Verantwortung von politischer Seite übernommen wird. Die Tötungen von verölten Vögeln wird man dem Bürger zukünftig nur schwer verkaufen können, da die Rehabilitationschancen sehr gut sind und man beispielsweise wie im Fall von Neuseeland sieht, dass es auch anders geht“, so Regmann.   

 

 


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