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16.02.2012
"Sultan" - Rettung in letzter Minute!
 
Pferdeschicksal
Donnerstag, 02.02.2012:
Der ETN e.V. wird per e-Mail informiert, dass in der Nachbarschaft, in Neunkirchen-Seelscheid, Ortsteil Krahwinkel, ein Pferd seit Jahren alleine mitten in Müll, alten Landmaschinen und Schrott steht. Ein baufälliger Unterstand mit verschimmelter Einstreu soll Schutz bieten.
Samstag, 04.02.2012:
Der ETN ist vor Ort. Mit Entsetzen stellen wir fest, dass der Zustand erschreckend ist. Zwischen Müll, Schrott und sonstigem Unrat sucht ein sicherlich über zwanzig Jahre alter Wallach nach Nahrung. Nichts ist auf dem steil abfallenden Grundstück zu finden. Das Wasser ist durch die tiefen Minustemperaturen der letzten Tage eingefroren. Die Nachbarn erzählen uns, dass sie das Pferd mit Möhren, Wasser und Raufutter versorgen, sonst wäre es längst verhungert. Nach Kontaktaufnahme mit dem Kreisveterinäramt erfahren wir, dass dieser Zustand bereits seit mindestens fünfzehn Jahren bekannt war.
Dienstag, 07.02.2012, 11:30 Uhr:
Wir informieren das Kreisveterinäramt über die Situation, die - wie gesagt - ja bereits seit Jahren dort aktenkundig ist. Nun wolle man, aufgrund des aktuellen Hinweises vom ETN, die Angelegenheit mal wieder auf den Tisch bringen.
Dienstag, 07.02.2012, 13:30 Uhr:
Nachbarn rufen beim ETN e.V. an und teilen mit, dass das Pferd im Graben am Ende des Grundstücks völlig entkräftet zusammengebrochen ist und nicht mehr aufstehen kann. Wir fahren los und finden „Sultan“ in einem erbärmlichen Zustand am Boden liegend vor, eingewickelt in Draht und in Dornen verfangen. Mehrere Stunden muss das arme Tier bei Temperaturen von knapp unter 10 Grad minus bereits dort gelegen haben. Das Kreisveterinäramt wird verständigt. Man nimmt die Information mit dem Hinweis, wir sollen die Aktion mit Fotos dokumentieren, zur Kenntnis. Viele helfende Hände und ein Radlader sind nötig, um Sultan wieder auf die Beine zu bringen. Noch im Liegen versucht der völlig entkräftete Wallach, an die mageren Grashalme auf der anderen Wiesenseite zu gelangen. Als Sultan endlich wieder auf den Beinen ist, und sein Kreislauf durch Medikamente und vorsichtige Bewegung wieder in Gang gebracht wurde, nimmt er dankbar das Wasser an, das die Tochter der Nachbarn geholt hat. Da der Halter nicht zu erreichen ist, entschließt sich der ETN, Sultan mit auf Hof Huppenhardt zu nehmen und dort zu versorgen. Als wir die Polizei informieren, erfahren wir, dass sich die Frau des Halters wohl zwischenzeitlich gemeldet und erzählt habe, dass Sultan unter Asthma leide, und dies der Grund sei, warum im Unterstand weder Einstreu noch Raufutter vorhanden war. Und er habe kein Wasser, da dies bei den derzeitigen Temperaturen ja direkt einfriere. Ein Pferd benötigt aber bekanntlich Wasser in größeren Mengen, und das mindestens zweimal täglich. Sultan war fast schon ausgetrocknet!
Dienstag, 07.02.2012, 19:30 Uhr:
Der uneinsichtige Pferdehalter beschimpft uns telefonisch und will sein Pferd zurück. Das Tier sei dreiunddreißig Jahre alt und habe eben einen Schwächeanfall gehabt. Pech. Dass es gestorben wäre, wenn der ETN nicht geholfen hätte, interessiert nicht.
Mittwoch, 08.02.2012, 9:15 Uhr:
Das Kreisveterinäramt erhält die Fotos, die wir noch am Abend zuvor nach Siegburg geschickt hatten. Man informiert uns, dass erst nachdem der behandelnde Tierarzt einen Abschlussbericht erstellt hat, über das Schicksal von Sultan entschieden werde.
Mittwoch, 08.02.2012, 9:45 Uhr:
Der Pferdehalter kommt mit Tochter und Enkelin und brennender Zigarette im Mund in die Geschäftsstelle des ETN e.V. und fordert Sultan zurück. Er ist laut und uneinsichtig. Ein Danke kommt ihm nicht über die Lippen. Das Schicksal des Pferdes scheint ihn nicht zu interessieren. Er will nur krakeelen. Wenn er Sultan nicht bekomme, erschieße er ihn. Daraufhin verweisen wir den Mann vom Hof.
Vom Kreisveterinäramt erhält er die Auskunft, dass man ein Verfahren einleiten werde, um ihm die Tierhaltung allgemein und damit den Besitz des Pferdes zu untersagen.
Ob es der Druck des Veterinäramtes oder doch eine späte Einsicht des Pferdehalters ist, dass er Sultan vernachlässigt hat - er übereignet Sultan dem ETN.
Der ETN konnte Sultan retten, dank der Mitgliederbeiträge waren wir in der Lage, die Tierarztkosten für diese Rettungsaktion zu tragen und Sultan eine Zuflucht auf Hof Huppenhardt zu bieten.

Wenn auch Sie helfen wollen, den ETN in die Lage zu versetzen, Tierleben zu retten, werden Sie Mitglied.
http://etn-ev.de/service/mitglied.html
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