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Dompfarrer Toni Faber bläst zum großen Halali und die Schäfchen wandern ab…
Da mag sich so manches seiner Schäfchen erstaunt die Augen reiben: Outet sich doch der Dompfarrer Toni Faber als inbrünstiger Jägersmann. Beifallheischend klärte er die beachtliche Schar seiner Facebook-Freunde darüber auf, die anstrengende Jagdprüfung nun endlich bestanden zu haben.
Das verdutzt uns nachdenkliche Schäfchen und wir verkneifen es uns zu gratulieren. Vielmehr geraten wir ins Grübeln, was den Gottesmann dazu treibt Gottesgeschöpfe vor die Flinte zu bekommen und abzuschießen. Immer um Bildung bemüht lesen wir weiter, und erfahren Interessantes aus der Welt des göttlichen Jagens. Im oberflächigen High Tech-Zeitalter, dem Social Network, Bits & Bytes, den Smash & I-Phones lernt die verlorene Laptop-Generation, dass alles eine Frage der Ethik ist. Ohne Ethik sei eine Jagd keine Jagd. Aha. Wir resümieren: Mit Ethik schießt es sich besser, stirbt es sich schöner. In welchem Jahrhundert predigen Sie, Herr Faber?
Der Dompfarrer liebt das Wechselspiel der geistigen Ansichten. Er buhlt um den österreichischen Jetset, schätzt schnelle Autos, ist dem Alkohol nicht abgeneigt, was ihn auch schon den Führerschein kostete. Er predigt Tugend und Moral und ist in beidem ein Meister der Doppelbödigkeit. Egal, Hauptsache rein ins Rampenlicht.
Er zelebriert in dem ehrwürdigen Stephansdom so genannte Hubertusmessen, deren Protagonisten tote Hirsche sind, die in den Dom getragen werden. Er segnet die, die der Jagd lustvoll frönen. Gerne und zielstrebig nimmt er die Legende des heiligen Hubertus ins Visier: „Der Mensch beugt sein Knie vor dem Wild, in dem er voller Ehrfurcht seinen Schöpfer erkennt“. Ja, Herr Faber, und dann knallt er es ab, das Geschöpf Gottes. Wir, die kritischen Schäfchen, können Ihnen nicht ganz folgen. Aber wir begreifen: Sie praktizieren Gepredigtes, doch dann bitte auch in korrekter Konsequenz. Oder muss Ihnen an dieser Stelle ein abtrünniges Schäfchen geistlich-geistige Nachhilfe geben?
Hubertus, so will es die Legende, war ein sündhafter Jäger. Soweit sind Sie auf einer Linie, aber dann, als Hubertus einen Hirsch erschießen wollte, sah er zwischen dem Geweih ein Kreuz. Er erkannte in dem Tier Gott, folgerte weiter wie unchristlich die Jagd ist und gab sie auf. Hätten Sie diese Erkenntnis bereits berufsethisch inne gehabt, hätten sie sich das mühsame Erlernen der Waffenkunde, des Jagdrechtes und der Jägersprache ersparen können.

Sehen Sie, Herr Faber, das ist einer der vielen Gründe, warum ihre Schäfchen sich kopfschüttelnd von der Kirche abwenden. Sie verstehen diese katholische Moral nicht. Zu widersprüchlich, zu sehr von gestern, zu verlogen. Die Laptop-Generation empfiehlt eine Runde „Moorhuhn-Schießen “ am Computer, da können Sie jagen was das Zeugs es hält, mit und ohne Ethik, ganz egal und das Geniale? Die Viecherl steht immer wieder auf. Ist Gottgewollt, Halali!
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