17.11.2011

ETN Protest gegen Hundemord / EM 2012 in der Ukraine /
Treffen mit stellvertretendem Bürgermeister von Kiew

Der „Europäische Tier – und Naturschutz e.V.“, der in dem letzten Wochen als federführender Verband auf den Massenmord an Hunden in der Ukraine aufmerksam gemacht hatte (ARD „Brisant“, RTL News, Sat1 News, Vox News), reiste vom 16.-18.11.2011 nach Kiew um offiziell bei der Regierung der Ukraine und der verantwortlichen Veranstalterin der Fußball EM 2012, der UEFA, gegen die illegale und inhumane Massentötung von Straßenhunden  zu protestieren und um Soforthilfe bei „Neuter & Release“ Maßnahmen anzubieten.
In Vorbereitung der EM 2012 werden in der Ukraine tausende Straßenhunde z.T. in fahrenden Krematorien lebendig verbrannt, vergiftet oder lebend in Massengräbern verschüttet.
Maja Prinzessin von Hohenzollern führte dazu mit dem stellvertretenden Bürgermeister von Kiew, Oleksandr Mazurchak und seinem Mitarbeiterstab ein Gespräch, in dem sie ein sofortiges Ende der Tötung forderte und auf die Einhaltung des Ukrainische Tierschutzgesetz (2006 ), dass das Töten der Hunde verbietet, drang.
Dabei anwesend waren von ETN e.V.–Seite eine Journalistin der DPA, eine unabhängige Dolmetscherin und die Ukrainische Tierschützerin Tamara Tarnawska.

  1. Maja von Hohenzollern wies angesichts der schockierenden Bilder der Massentötung der Hunde auf den internationalen Prostest, den Imageverlust, die negativen Auswirkungen auf den Tourismus, die Wirtschaft und den geplanten EU –Beitritt für den Ukraine hin.
  2. Um dem Stellvertretenden Bürgermeister von Kiew das Ausmaß der weltweiten Erschütterung  über diese brutalen Massemord an Hunden zu verdeutlichen, übergab die sie im Namen aller protestierenden Menschen eine Petition mit fast 500 000 Unterschriften.
  3. Die ETN–Botschafterin bot Soforthilfe des ETN e.V. bei „Neuter & Release“ Maßnahmen an. Der ETN e.V. würde sofort sein Tierärzte-Team in die Ukraine entsenden, um vor Ort Sterilisationsmaßnahmen durchzuführen und auch Ukrainische Tierärzte in neuen OP-Methoden unterrichten, denn diese operieren nach veralteten Methoden, wo die Tiere 15 Tage Erholung nach der OP brauchen und viele nicht überleben.
  4. Der ETN e.V. forderte zudem Tierheime, in denen nicht getötet, sondern adoptiert wird und die nahe der Städte sind. Denn aktuell befinden sich die staatlichen Tierheime, in denen die Hunde getötet werden, ca. 80 Km außerhalb von Kiew. Kaum ein Bürger fährt soweit um seinen Hund abzugeben, schon gar nicht, wenn er weiß, dass dieser dort getötet wird. In der Folge landen die Hunde dann auf der Straße.
  5. Maja von Hohenzollern forderte ebenfalls das Einführen einer Pass- und Chip-Pflicht für die Hunde, um Eigentümer zur Verantwortung zu erziehen.
  6. Der ETN e.V. forderte das Einführen einer Uniformpflicht mit Dienstnummer für die staatlichen Hundefänger und eine Kennzeichnung der Fahrzeuge, damit Bürger einen inhumanen und gesetzeswidrigen Umgang mit den Hunden seitens der Hundefänger, melden können. Viele Bürger hatten über die brutalen Fangmethoden der Hundefänger berichtet und dass diese in zivil und mit normalen Fahrzeugen unterwegs seien.

Der stellv. Bürgermeister von Kiew sprach von ca. 16 000 Straßenhunden in Kiew. Davon würden ca. 7000 Straßenhunde durch  ca. 612 registrierte „Volontäre“ betreut. Diese Privatpersonen fütterten die Straßenhunde aus eigenen Mitteln. Der ETN hat solche Volontäre getroffen.
Der stellv. Bürgermeister bestätigte ausdrücklich, KEIN Geld für die Tötung von Hunden zu erhalten. Die Frage wo denn die 1,34 Mio Euro für das Tierheim Kiew, in dem die Hunde getötet werden, hinflossen, ließ er unbeantwortet. Bei den Hunden landen sie nach ETN–Einschätzung jedenfalls nicht. Der stellv. Bürgermeister von Kiew versprach die Einführung einer Pass- und Chip-Pflicht im Jahr 2012. Das bleibt nachhaltig zu prüfen. Er behauptet ebenfalls, dass die offiziellen Hundefänger-Autos gekennzeichnet seien, jedoch hatte auf Nachfrage kein Bürger in Kiew diese Autos bisher im Straßenverkehr gesehen. Der stellv. Bürgermeister versicherte, dass keine inhumanen und illegalen Tötungen in Kiew stattfinden würden und dass die Hundefänger human mit den Tieren umgingen. Auf die Frage, wo denn dann die ganzen brutalen Fotos und Videos von Hundetötungen herkämen, meinte er, dass diese aus anderen Orten der Ukraine stammten, jedoch nicht aus Kiew. Es gäbe einzelne Fälle von inhumaner Behandlung von Hunden, diese würden von Geisteskranken verübt, die man angeblich sofort einsperren würde. Der ETN hat erhebliche Zweifel an dieser Aussage.
Oleksandr Mazurchak bestätigte, dass die Stadt ca. 4800 Straßenhunde sterilisiert hätte und dass er offen für eine Kooperation mit dem ETN e.V. sei. Daraufhin bot Maja von Hohenzollern die sofortige Entsendung des ETN-Ärzte-Teams nach Kiew an. Der stellv. Bürgermeister wehrte dieses Angebot ab und meinte, dass sie keine Hilfe bräuchten und sie drei moderne Tierkliniken in Kiew hätten in denen alles Bestens sei. Auch die Option, dass das ETN-Team mit den Kollegen in Kiew zusammen arbeiten könnte, lehnte er mit dem Argument ab, dass ausländische Tierärzte in der Ukraine nicht praktizieren dürften. Der ETN e.V. hat den Eindruck, dass es den Behörden vor Ort höchst unangenehm ist, wenn dort ein ausländisches Ärzte-Team Sterilisationsmaßnahmen durchführen würde. Offenbar hat man, trotz aller Beteuerungen, dass es angeblich keine illegalen Handlungen an Hunden gäbe und trotz der „Kooperationsbereitschaft“ etwas zu verbergen.
Dies bestätigte sich auch in einem anschließenden Besuch in einer der drei „modernen“ staatlichen Tierkliniken Kiews, die Maja von Hohenzollern zusammen mit ukrainischen TV-Teams spontan besuchte. Dort rief umgehend der stell. Bürgermeister an  und gab Anweisung der ETN-Botschafterin den Zutritt zu verwehren. Als diese trotzdem in Klinik gelang und sich die Räumlichkeiten und die Tiere anschaute, bot sich ihr ein schrecklicher Anblick. Die Hunde saßen zähneklappernd, vor Kälte bibbernd in den Käfigen, keiner gab einen Mucks von sich, keiner sprang an die Tür, wie das sonst üblich ist. Alle Hunde saßen in der hintersten Ecke verkrochen, ängstlich zusammengekuschelt da und zeigten in ihrer Körpersprache klare Anzeichen von Misshandlungen. Dabei reagierten sie besonders ängstlich auf einen männlichen Pfleger… Die Näpfe der Hunde waren mit einem chemisch aussehenden Futterbrei gefüllt und gänzlich unangetastet. Dabei verachten Straßenhunde sonst sicher kein Futter. Es ist anzunehmen, dass das Futter mit Medikamenten / Beruhigungsmitteln etc. versehen war und die Tiere das riechen. Es gab keine Heizung, die Hunde froren erbärmlich, Operationen sind bei Temperaturen um den Gefrierpunkt nicht möglich. Laut Klinikleiterin fanden die letzen Sterilisationen am 07.11.11 statt. Das Bürgermeisteramt hat der Klink Anweisung gegeben, dem ETN e.V. gegenüber zu sagen, dass die Heizung noch am selben Tag wieder angestellt werden sollte. Ein Lüge, wie sich schnell herausstellte. Die Klinik hat 3000 € Schulden bei der Heizungsfirma, das von der Stadt zur Verfügung gestellte Budget reiche nicht für die Heizkosten, so die verzweifelte Klinikleiterin.
Wenn die Temperaturen in den kommenden Wochen weiter sinken, dann würden die Hunde sterben. Maja von Hohenzollern stellte fest, dass es in den Käfigen durch Türspalte stark zog, dass man keine Decken davor hing oder die Hunde Körbchen oder wärmende Unterlagen hatten. Zudem wird nach völlig veralteten Methoden operiert, wobei die Hunde 15 Tage Erholung nach der Sterilisation brauchen. Die Veterinäre der Klinik konnten Maja von Hohenzollern kaum glauben, als diese berichtete, dass das ETN –Ärzteteam im Schnellverfahren operiert und die Tiere schon nach wenigen Stunden wieder fit sind. Wohlgemerkt, der Stell. Bürgermeister hatte die ETN-Soforthilfe unter Ausreden abgelehnt und argumentiert, dass man 3 moderne Kliniken habe.

Fazit:
Nach ETN e.V. Einschätzungen finden auch in Kiew illegale und inhumane Tötungen von Hunden statt, diese werden auch außerhalb der Städte in den entlegenen Tierheimen der Stadt durchgeführt. Die Stadt braucht Hilfe bei der Sterilisation und dem Training ihrer Tierärzte auf neueste Standards. Die Tierkliniken benötigen Heizungen und es muss in den staatlichen Tierheimen ein Tötungsverbot erlassen und Adoptions-Kampagnen ins Leben gerufen werden. Der ETN e.V. wird an den stell. Bürgermeister von Kiew um Genehmigung zur Soforthilfe bitten.
Die öffentlichen Proteste müssen weitergeführt werden, die Anweisung des Ukrainischen Umweltministers, dass die Bürgermeister das Töten der Hunde einstellen sollen, ist in keiner Weise rechtlich bindend. Er verwies nicht einmal auf das bestehende Tierschutzgesetz. Diese politische Aussage dient nur zur Glättung der Wogen und zur Wahrung der wirtschaftlichen Interessen der EM 2012- Beteiligten. Sie zeigt aber auch, welche große Wirkung unser Öffentlicher Druck und unser Protest hat.

Mit freundlichen Grüßen
Dieter Ernst                                       Maja Prinzessin von Hohenzollern
ETN-Präsident                                    ETN-Botschafterin


Europäischer Tier- und Naturschutz e.V.
Todtenmann 8 / Hof Huppenhardt
D-53804 Much
Deutschland
Telefon +49 (0)2245-6190-0
Fax +49 (0)2245-6190-11
Email Adresse:  d.ernst@etn-ev.de
Webseite :  www.etn-ev.de

 

 

 

 

 

 

 

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