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30.01.2012
Aktueller Stand – Vernachlässigte Tiere in Wesseling
Am 27.01.2012 drehte der WDR mit dem ETN-Präsidenten Dieter Ernst erneut in Wesseling. Bei diesem Termin konnte sich der ETN selbst ein Bild von der Situation machen und persönlich mit den Besitzern der Tiere sprechen.

Es zeigten sich gewisse Veränderungen zur Situation beim letzten Drehtermin. Die Halterin der Tiere hatte einen Teil des Sperrmülls weggeräumt und die beiden Hunde liefen frei auf dem Grundstück herum. Nach aktueller Aussage der Familienangehörigen sind die Hunde angeblich nur nachts und bei Abwesenheit der Besitzer angekettet um den „Hof“ zu bewachen. Eine Vorrichtung für eine Laufleine war auch sichtbar, aber defekt.
Der Schäferhund lebt ansonsten in einem geöffneten Kofferraum eines Autos.
Was die Situation der Groß- und Kleintiere auf dem Gelände anging, hatte sich allerdings nichts verändert. Acht Pferde, einige Rinder und Schweine, ein Ziegenbock und einige Gänse standen auf einer viel zu kleinen Fläche im Morast, der provisorische Unterstand unterschied sich in der Bodenbeschaffenheit kaum vom Rest der Anlage. Es war offensichtlich, dass das Gelände viel zu klein für diese Zahl an Tieren war. Die beiden Töchter der Halterin versicherten, bereits versucht zu haben, andere Weiden anzumieten, hatten dies aber nach eigenen Angaben nicht geschafft. Aus diesem Grund kontaktierten der ETN und die Mitarbeiter des WDR gemeinsam die Stadt Wesseling und den zuständigen Landrat und forderten sie auf, der Halterin ein neues Gelände zur Verfügung zu stellen. Von Seiten des Bürgermeisters wurde auf die Ordnungsbehörde des Rhein-Erft-Kreises verwiesen, die wiederum „keinen Anlass sieht, hier einzuschreiten“. Im Schreiben des Bürgermeisters wird die Tierhalterin als sehr kooperativ bezeichnet, was sich bei Gesprächen des ETN mit der Dame allerdings nicht bewahrheitete.
Die Besitzerinnen der Tiere beharrten darauf, dass es sich bei ihrer Form von Tierhaltung um Robusthaltung handele, an die die Tiere gewöhnt seien. Sie betonten immer wieder, dass die Tiere keine Krankheiten an Hufen und Klauen hätten und auch nicht unterernährt seien. Tatsächlich machten die Tiere einen gut genährten Eindruck, aber zu einer artgerechten Tierhaltung bedarf es nun mal mehr als einer regelmäßigen Fütterung. Den Besitzern der Tiere fehlt es ganz offensichtlich an einem Blick für die realen Bedürfnisse eines Tieres.

Die Bezeichnung „Gnadenhof“, wie die Besitzer sie für das matschige Gelände nutzten, klingt bei Betrachtung der Zustände dort mehr als unpassend. Obwohl die Fläche bei weitem nicht für die vorhandenen Tiere ausreichte, lehnten es die Besitzer leider vehement ab, zumindest einen Teil ihrer Tiere abzugeben. Der ETN bot hierzu Plätze auf Hof Huppenhardt an, das Hilfsangebot wurde aber ausgeschlagen. Die Halterinnen waren der Meinung, dass alle Tiere so sehr aneinander gewöhnt seien, dass man sie nicht trennen könne. Die Erfahrung zeigt aber, dass sich die meisten Tiere, wenn sie zusammen mit einem oder mehreren Artgenossen in eine neue, artgerechte Umgebung kommen schnell an die neue Situation gewöhnen.
Auch Hilfsangebote des Vereins „Tiere in Not Brühl“ hatte die Halterin nach Aussagen von Herrn Hilgers, dem Vorsitzenden des Vereins, mehrmals ausgeschlagen.
Dem zuständigen Veterinäramt ist diese indiskutable Form der Tierhaltung seit 12 Jahren bekannt ohne Abhilfe geschaffen zu haben. Erschwerend kommt hinzu, dass die nicht artgerechte Tierhaltung innerhalb eines Landschaftsschutzgebietes erfolgt.
Leider gibt es solche Fälle immer wieder und schnell wird aus wenigen Tieren eine große Anzahl, deren Versorgung den Haltern über den Kopf wächst. Damit es in diesem Fall nicht soweit kommt, wird der ETN sich erneut mit allen zuständigen Behörden in Verbindung setzen und die Situation weiter bis zu einer Lösung verfolgen.
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