Pelz: Tod um des Luxus willen

Winterzeit ist „Erntezeit" in den Pelztierfarmen. Rund 28 Pelztierfarmen gibt es in Deutschland. Farmen, in denen die Tiere ein erbärmliches Leben fristen, eingepfercht in engen Drahtkäfigen. Rund 300.000 Tiere werden alleine in Deutschland Jahr für Jahr um ihres Pelzes wegen getötet. Weltweit sind es über 40 Millionen Tiere, die für Modezwecke sterben!

Hunde- und Katzenfelle

Darunter ca. zwei Millionen Hunde und Katzen, die vor allem in Asien zur Fellgewinnung gezüchtet und auf das Grausamste getötet werden. Hierfür werden Katzen erwürgt, Hunde mit einem Knüppel erschlagen oder am Hals aufgeschlitzt, um dann langsam auszubluten. Für die Herstellung von nur einem Mantel werden ca. zehn bis zwölf Hunde und 25 Katzen ermordet. Aufgrund der Proteste von Tierschützern tritt ab 2009 EU-weit ein Import- und Handelsverbot für solche Felle in Kraft. Allerdings gibt es weder eine Kontroll- noch eine Kennzeichnungspflicht. Aus Tierschutzsicht wäre dies ein weiterer wichtiger Schritt. Denn nur so ließe sich die Einfuhr solcher Felle auch tatsächlich verhindern. Bislang werden sie entweder als synthetisch ausgegeben, einfach als „Echtpelz" deklariert oder unter Pseudobezeichnungen eingeführt. So verbirgt sich hinter Begriffen wie Asiatischer Waschbär, Corsak-Fuchs und Gaewolf der Hund und hinter Begriffen wie Lipi und Genotte die Katze. Noch immer bestehen Rheumadecken aus Katzenfellen, werden Nippesfiguren und Kuscheltiere mit Katzenfell versehen.

Die Pelz-Lüge

Was bedeutet das Leben im Käfig für Wildtiere wie Nerze und Füchse? Fragt man das deutsche Pelztierinstitut, die Vertretung der Pelzbranche, so erhält man immer die gleiche Antwort: Den Tieren geht es gut! Diese Lüge vom glücklichen Pelztier mag niemand schlucken, der je eine Farm von innen gesehen hat. Der den Gestank kennt, dem die Tiere ausgesetzt sind, die Enge in den aneinandergereihten, strukturlosen Käfigen. Der die Verletzungen der Tiere durch die Drahtgitter, die Selbstverstümmelungen und ihr ständiges verzweifeltes Hin und Her im Käfig gesehen hat. Weiß man dann noch ein wenig über das eigentliche Leben dieser Wildtiere, z.B. dass Nerze an Gewässern leben, in freier Wildbahn ein riesiges Territorium bewohnen, Einzeltiere und zudem sehr geruchsempfindlich sind, dann könnte doch auch der letzte Pelzkäufer nur NEIN sagen, oder?

Pelze wachsen nicht auf Bäumen!

Vergast, erdrosselt, mit Strom getötet, erschlagen, aus dem Leib der Mutter geschnitten oder in Fangeisen erbeutet ... So sieht die Realität, das Sterben der Tiere aus. Nerze werden meist mit Kohlenmonoxid (CO) oder Kohlendioxid (CO2) vergast, Hunde und Katzen in Asien erdrosselt und erschlagen, Füchse mit Stromelektroden in Mund und After getötet (wenn sie denn tot sind ...), Wildtieren wird mit Fallen nachgestellt, in denen sie oft tagelang qualvoll sterben, und Karakul-Lämmer werden kurz nach der Geburt gehäutet oder ihren Müttern aus dem Bauch herausgeschnitten. Im Handel finden sich die Felle der Lämmer dann unter den Bezeichnungen „Persianer" (neugeborene Lämmer) oder „Breitschwanz" (ungeborene Lämmer) wieder. In den Pelzfarmen wird die alljährliche Tötung im Winter auch als „Ernte" bezeichnet - zynisch und makaber. Pelze wachsen nicht auf Bäumen!

  

Boykottieren Sie Pelz!

Für ein Verbot der Pelztierhaltung in Deutschland gibt es keine politische Mehrheit. Andere Länder, wie Österreich, England und die Schweiz, haben längst Konsequenzen im Sinne des Tierschutzes gezogen: Dort sind Pelzfarmen schlicht verboten! Auch in den Niederlanden gibt es eine Gesetzesinitiative, nach der bis 2018 alle 170 Pelztierfarmen geschlossen werden sollen. Deutschland hingegen hat sich am 3. November 2006 einzig zu einer Verordnung zur Haltung der Pelztiere durchgerungen. Für den geplanten Umbau der Farmen (z.B. mit Wasserbecken und verschiedenen Käfigebenen) steht allerdings noch ein Gutachten aus, das z.B. klären soll, ob für die artgerechte Haltung von Nerzen Wasserbecken erforderlich sind. Generell ist die Verordnung aus Sicht des Tierschutzes bei Weitem nicht ausreichend. Denn ähnlich wie in den Legebatterien, wird es auch hier kein Verbot der Käfighaltung geben. Außerdem sind bis zu zehnjährige Übergangsfristen zur Umsetzung der Haltungsvorgaben vorgesehen. Der sicherste Weg den Pelztierhandel zu beenden ist jedoch der Verzicht!

Kaufen Sie keinen Pelz - auch keine Kleidungsstücke oder  Accessoires mit Pelzbesatz!

Fotos: © Tierschutzfotoservice/W. Siebert