Delfinarien: Wale und Delfine in Gefangenschaft
Delfine und auch Wale sind ein starker Publikumsmagnet in Zoos und Delfinarien. Viele Tiere sterben jedoch frühzeitig in der Gefangenschaft. Tausende werden jedes Jahr bei Treibjagden getötet, um die Jungtiere und starke Weibchen als Wildfänge an Delfinarien zu verkaufen.

Beispiel Nürnberger Zoo
Bislang wurden in Nürnberg 47 Delfine (auch Wildfänge) gehalten. 30 Tiere sind in den Jahren vorzeitig gestorben, darunter mindestens 15 Babys. Die Statistik der Todesfälle zeigt, dass eine artgerechte Haltung und Aufzucht in Delfinarien nicht möglich ist. Tierschützer fordern seit Langem die Schließung der letzten vier deutschen Delfinarien (Nürnberg, Duisburg, Soltau und Münster) sowie ein gesetzliches Verbot der Delfinhaltung in Gefangenschaft.
Ein Leben für die Unterhaltungsindustrie
Doch Delfine und auch Wale sind ein starker Publikumsmagnet. Unter ihnen der Große Tümmler (Tursiops truncatus), vielen Menschen als „Flipper" aus der gleichnamigen Fernsehserie bekannt. Diese Delfinart gilt als Sympathieträger; die Gesichtsmimik der Tiere scheint ein ständiges Lächeln zu vermitteln. Fakt ist jedoch, dass der Große Tümmler anatomisch nicht in der Lage ist, seine Mimik zu ändern. Selbst ein totes Tier scheint optisch noch immer zu lächeln. Als stark gewinnbringende Attraktion haben sich seit vielen Jahrzehnten auch die bis zu neun Meter groß werdenden Schwertwale (Orcinus orca) in Vergnügungs- und Meeresparks etabliert.
Besucher von Wal- und Delfinshows erliegen schnell dem Bann der Tiere während einer Vorführung. Es scheint eine besondere Leichtigkeit und prickelnde Atmosphäre vorzuherrschen. Wenn man sich jedoch mehrere Shows unmittelbar hintereinander anschaut und genauer auf das Verhalten der Tiere und Betreuer achtet, wird schnell klar, dass sich strikt erlernte Verhaltensweisen hinter dieser Leichtigkeit verbergen. Im sich ständig wiederholenden Pfiff-Sprung-Belohnung-Schema wird der trübe Alltag immer offensichtlicher. Die majestätisch anmutenden Tiere fristen inmitten künstlich zusammengesetzter Gruppen und oftmals in kahlen Betonbecken ein Dasein, das nachdenklich stimmen sollte.
Delfintherapien
Es gibt einen zunehmenden Trend, Delfinarien durch sogenannte Delfintherapien, die behinderten Menschen und insbesondere Kindern helfen sollen, zu rechtfertigen. Die Wirksamkeit der Delfintherapie ist jedoch weder belegt noch anerkannt. Zudem gibt es zweifellos tierschutzkonforme Möglichkeiten von Therapieangeboten mit bereits domestizierten Tieren, wie etwa Pferden oder Hunden. Wer den Blick hinter die Kulissen nicht scheut, wird zugeben müssen, dass das „Vergnügen" in den Delfinarien bitter erkauft wird. Auf Kosten der in Gefangenschaft gehaltenen Tiere! Und wem Pädagogik, Forschung und Zucht der Tiere wirklich am Herzen liegen, der wird keine umstrittenen Delfinarien ausbauen, sondern die Mittel sinnvoll einsetzen: in Schutzprojekte in freier Wildbahn. Bitte meiden Sie Delfinarien und Shows mit diesen wunderbaren Tieren!
Kino-Tipp: DIE BUCHT
Am 22. Oktober ist der sehenswerte Dokumentarfilm „DIE BUCHT" in deutschen Kinos angelaufen. Gegenstand des Films ist der Kampf des ehemaligen „Flipper"-Trainers Ric O'Barry gegen die barbarische Delfintreibjagd im japanischen Fischerdorf Taiji. Immer Anfang September beginnt in Taiji die Treibjagd auf etwa 2.000 Delfine. Dabei werden Delfinherden mit Booten in eine Bucht getrieben, Fischer versperren ihnen dann den Fluchtweg. Aus dem Fang werden die kräftigsten Weibchen und Jungtiere an Delfinarien verkauft. Und so werden pro Jahr rund 100 lebende Delfine aus Taiji in Delfinarien verschickt. Die Tiere, die nicht für Shows geeignet sind, werden getötet. Ric O'Barry hat der Haltung von Delfinen in Gefangenschaft und dem Fang von Delfinen für Vergnügungsparks den Kampf angesagt.
