Vorbildliches Taubenmanagement in Aachen

Much, 4. November 2009. Am Sonntag, 8. November 2009, stellte der WDR im Rahmen der Sendung „Tiere suchen ein Zuhause" das erfolgreiche Tauben-Management der Stadt Aachen vor. . Der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) und die Stadt haben gemeinsam ein vorbildliches Modell entwickelt, um die Taubenpopulation und die damit verbundenen Folgen zu begrenzen. Das mit dem Tierschutzpreis des Landes NRW ausgezeichnete Modell kann auch für andere Städte einen Weg zur tiergerechten Bestandskontrolle der Taubenpopulation weisen. 

Dass die Vermehrung der Tauben eingeschränkt werden muss, ist unzweifelhaft.

Doch ähnlich wie bei frei lebenden Katzen müssen dabei tierschutzgerechte Wege beschritten werden. Seit 1995 setzt sich der ETN e.V. in einem Bündnis aller Aachener Tier- und Naturschutzvereine als „AG Stadttauben" für die tierschutzgerechte Bestandskontrolle der Tauben ein. Hierzu gehört die Errichtung von Taubenschlägen, in denen die Tiere versorgt und ihre Gelege gegen Gipsattrappen ausgetauscht werden. Zusätzlich gibt es zurzeit noch zwei kontrollierte Futterstellen, die dazu dienen Tauben von neuralgischen Punkten in der Stadt abzuziehen. Ziel ist es aber auch hier, die Futterstellen durch Taubenschläge zu ersetzen, um eine Geburtenkontrolle zu gewährleisten. Bislang wurden zehn Taubenschläge im Innenstadtbereich errichtet. Das Ergebnis: Verringerung der Kotbelastung an Fassaden und Verhinderung weiteren Nachwuchses der Taubenpopulation. Das tierschutzgerechte Stadttaubenmanagement in Aachen wurde von der Landesregierung NRW durch die Verleihung des Tierschutzpreises am 27. November 2007 gewürdigt.

Bundesweit erste hauptamtliche Taubenwartin

Ein solches Konzept, das im Sinne der Bürger, Kommunen und des Tierschutzes ist, kann auf Dauer nicht über ehrenamtliche Tierschützer gewährleistet werden. Daher hat man auch in Aachen nach Beschäftigungsmodellen gesucht. Seit November 2008 beschäftigt die Stadt Aachen die bundesweit erste städtische Taubenwartin. Zu ihren Aufgaben gehört die Betreuung der Schläge, die Bearbeitung von Problemfällen in der Stadt, aber sie rückt auch immer wieder zu Notfällen aus. Bei ihrer Arbeit wird Gloria Bürgerhausen natürlich weiterhin durch die seit Jahren ehrenamtlich tätigen Tierschützer unterstützt. Übrigens stammt sie genau aus diesen Reihen und hat bereits zuvor über mehrere Jahre die Tauben mit betreut. Die ehrenamtlichen Taubenwarte in Aachen erhalten eine Aufwandsentschädigung. Ein Zeichen der Anerkennung dieser wertvollen und anstrengenden Arbeit.

Vorbild für andere Städte

Die Errichtungskosten für die Taubenschläge, die laufenden Unterhaltskosten und eine geringfügige Aufwandsentschädigung für die ehrenamtlichen Taubenwarte sowie deren Versicherung während der Tätigkeit werden durch die Stadt getragen. Die Kosten für Futterstellen, tierärztliche Behandlungen kranker Tiere sowie die Unterhaltung einer Taubenauffangstation zur Versorgung kranker und junger Tauben übernimmt der Tierschutz. Aachen ist mit diesem Projekt, neben Augsburg und Tübingen, zum Vorreiter für andere Städte in Deutschland und auch in den Niederlanden geworden! Städte, in denen Tauben nicht mehr verfolgt oder getötet werden. Informationen über weitere Städte, die das Modell umsetzen, finden Sie auch auf den Seiten der Bundesarbeitsgruppe Stadttauben, mit der wir auf Bundesebene vernetzt sind: www.stadttauben.de

 

 

 

Möchten Sie mithelfen?

Wenn Sie das Thema „Stadttauben" interessiert oder Sie das Team in Aachen gerne unterstützen möchten, melden Sie sich bitte in der ETN-Geschäftsstelle!




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