Schutz für gefährdete Seehunde
Noch in den 1970er-Jahren waren Seehunde vom Aussterben bedroht. Im Jahr 2009 tummeln sich über 20.000 Seehunde im Wattenmeer zwischen den Niederlanden und Dänemark. Dass die Sympathieträger des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer den notwendigen Schutz erhalten, dafür sorgt u.a. der ETN mit seinem Partner, der „Seehundstation Friedrichskoog e.V."
Hilfe für verlassene und kranke Seehundkinder
Gemeinsam mit dem ETN widmet sich die Seehundstation Friedrichskoog e.V. dem Schutz dieser faszinierenden Tiere und ihres Lebensraumes. Dazu zählen Aufzucht der Tiere, Informationsarbeit und die Forschung rund um die heimischen Meeressäuger. Die Seehundstation Friedrichskoog e.V. ist zudem gemäß internationalem Seehundabkommen die einzig autorisierte Aufnahmestelle für verlassen oder erkrankt aufgefundene Robben in Schleswig-Holstein. Jungtiere, die während der Säugezeit dauerhaft den Kontakt zur Mutter verlieren, werden Heuler genannt. Natürliche Ursachen wie Sommerstürme, Krankheit oder Tod der Mutter und menschliche Einflüsse wie Störungen an den Wurfplätzen können eine solche Trennung bewirken.
Störungsfreie Aufzucht
Verlassene, überlebensfähige Jungtiere werden von den zuständigen, vom Land Schleswig-Holstein beauftragten Seehundjägern geborgen und in der Station mit wenig Kontakt zu Menschen aufgezogen. Der Aufzuchtbereich ist für Besucher aus diesem Grund nicht zugänglich. Videokameras, die Fenster des Informationszentrums und der Aussichtsturm ermöglichen jedoch eine störungsfreie Beobachtung der Heuler. Nach zwei bis drei Monaten können die Jungtiere im Spätsommer, wenn sie ein Gewicht von mindestens 25 kg erreicht haben, wieder in die Freiheit des Wattenmeeres entlassen werden.
Tierschutz und Forschung
Doch längst nicht alle Tiere können wieder ausgewildert werden. Deshalb lebt eine gemischte Gruppe von sechs Seehunden und zwei Kegelrobben aus gesundheitlichen Gründen dauerhaft in der Seehundstation. In einem naturnah gestalteten Beckensystem stehen den Tieren insgesamt 800 m3 Nordseewasser zur Verfügung. An zwei Unterwasserbereichen können die Robben beim Schwimmen, Tauchen oder Schlafen beobachtet werden. Hier gelingt es, etwas über Körperform, Fortbewegung oder die besonderen Leistungen der Tiere zu erfahren und Verständnis für die Bedürfnisse der Robben und entsprechende Schutzkonzepte zu entwickeln. Das Informationszentrum „Seehund" bietet neben den Infos auch Möglichkeiten, selbst aktiv zu werden. Im Jahr 2010 wird die derzeit im Bau befindliche Erlebnisausstellung „Robben der Welt" eröffnet und das Umweltbildungsprogramm ergänzen.
Helfen auch Sie!
Seehunde sind im Wattenmeer trotz aller Schutzmaßnahmen Gefahren ausgesetzt, für die wir Menschen verantwortlich sind: Immer noch werden die Seehunde durch Wattwanderer, Schiffs- und Flugverkehr an ihren Ruheplätzen gestört. Auch Müll und Treibnetze, die in die Nordsee gelangen, können für den Seehund lebensgefährlich werden. Nur ein umfassender Schutz des gesamten Lebensraums kann dauerhaft den Bestand und das Überleben des Seehundes sichern - hierfür arbeitet der ETN-Partner „Seehundstation Friedrichskoog e.V."!
