Europäischer Tier- und Naturschutz e.V. rettet neun Tiere vor dem Tod
Neun Fohlen konnte der Europäische Tier- und Naturschutz e.V. (ETN) am 27. Oktober 2009 auf der Fohlen-Versteigerung in Maishofen vor dem Schlachter retten.
Er ersteigerte die Tiere und brachte sie anschließend in Pferdetransportern auf den ETN-Tierschutzhof Huppenhardt in Much. Mit dieser Aktion rettete der ETN die Tiere vor dem Transport nach Italien oder Frankreich, um dort geschlachtet zu werden. Im letzten Jahr konnten bereits elf Fohlen gerettet werden. Insgesamt werden jedes Jahr mehr als 3.000 Fohlen bei den Auktionen in Österreich und Deutschland versteigert.
Der ETN will mit der Ersteigerung der Fohlen auf die Missstände aufmerksam machen. „Wir fordern ein Ende der Zucht von Haflingern für das kurze Touristenvergnügen und den Schlachthof", erklärt Stephanow. „Außerdem fordern wir von der EU ein Ende der Subventionen für die Zucht von Norikern, die dann ebenfalls als Fohlen nach Italien und Frankreich transportiert werden, um dort geschlachtet zu werden."
Die Fohlen werden nun auf Hof Huppenhardt aufgepäppelt und medizinisch versorgt. Wer den geretteten Fohlen ein glückliches Pferdeleben bieten möchte, sollte sich bitte in der ETN-Geschäftsstelle melden!
Fohlen für die Schlachthäuser
Es sind jeden Herbst die gleichen erschütternden Szenen: Kaum sechs Monate alte Haflinger- und Noriker-Fohlen werden als „Ausschussware“ auf Pferdeauktionen versteigert. Der Beginn eines schrecklichen Martyriums, das in den Schlachthäusern Belgiens, Frankreichs und Italiens endet.
Das dunkle Geschäft mit Fohlen
Mehr als 3.000 Fohlen – und auch erwachsene Pferde – werden jeden Herbst in Deutschland und Österreich versteigert. Zwischen 400 und 700 Euro liegt der nach Kilogrammpreis berechnete „Warenwert“. Ein unerträgliches wie inakzeptables „Geschäft“! Am 27. Oktober 2009 waren wir erneut bei der größten Fohlenauktion in Maishofen dabei, um auf das Schicksal der Pferdekinder aufmerksam zu machen. In diesem Jahr konnten wir neun Fohlen das Leben retten. Am 28. Oktober erreichten die kleinen Fohlen wohlbehalten Hof Huppenhardt, wo sie sich zurzeit von dem Schock und den Strapazen erholen.
Brutale Szenen
Es ist unerträglich wie die verängstigten Fohlen, die sich an ihre Mütter drängen, weggezerrt werden. Stuten versuchen ihre Fohlen zu schützen – vergebens! Die Viehhändler und Schlachter treiben die Tierkinder mit Gewalt auf Hänger und LKWs. Szenen, die einem das Herz brechen. Auf den Weg in die Schlachthäuser begleitet die Fohlen nicht nur die Trauer um die Mutter, sondern auch Angst und Stress. Trotz der seit 2007 geltenden EU-Verordnung zum „Schutz von Tieren beim Transport“, bleiben Ladedichte und Transportzeiten tierschutzrelevant. In den Schlachthöfen angekommen, steht ihnen ein grausamer Tod bevor. Ist das Ansetzen des Bolzenschussgerätes bei einem erwachsenen Tier schon schwierig, so ist er bei einem nervösen und verängstigten Fohlen fast unmöglich. Im Akkord wird die „Fleischware“ getötet und zerlegt – jede Minute ein Fohlen, nur so rentiert sich das Geschäft.
Warum das alles?
Während in Italien noch geschlachtet wird, kommen in Österreich und Deutschland schon die nächsten Fohlen zur Welt. Die Massenzucht geschieht in der Hoffnung, gute und den Rassestandards entsprechende Fohlen zu produzieren. Denn die bringen Geld – viel Geld! Superfohlen erzielen Preise von mehreren Tausend Euro. Mitunter sogar bis zu fünfstellige Beträge! Der „Ausschuss“, Fohlen, die nicht den perfekten Rassestandards entsprechen, werden wegen mangelnder Qualität als Fleischware verhökert. Aber auch das ist noch ein gutes Geschäft für die Züchter und Bauern. Laut eigener Angaben enden ca. 90 Prozent aller Fohlen beim Schlachter, bei Hengstfohlen sind es sogar nahezu 96 Prozent.
Mit unseren Steuergeldern!
Die Zuchtverbände halten trotz massiver Proteste unbeirrt an der Massenzucht von Fohlen fest. Freie Zuchtauswahl, „genetische Vielfalt“ und Förderung „seltener Haustierrassen“, wie bei den Noriker-Pferden, stünden ansonsten auf dem Spiel. Hinter solchen Scheinargumenten steht jedoch schlicht die Gier nach Profit, die mit Steuergeldern auch noch subventioniert wird! So werden unter dem Deckmantel der Förderung „seltener Haustierrassen“ Noriker-Züchter mit EU-Geldern gefördert. Übrigens die zweite Subventionsquelle bei dem grausigen Geschäft mit den Fohlen. Die EU zahlt ebenfalls Subventionen für „Lebendtiertransporte“.
Was bleibt …
… ist Wehmut und ungeheure Wut! Aber auch Freude angesichts der geretteten Fohlen auf Hof Huppenhardt. Tierkinder, denen wir ihr Leben zurückgeben konnten. Berichten auch Sie Ihren Freunden und Bekannten von diesem perfiden Geschäft! Und sollten Sie das nächste Mal in Bayern, Tirol oder Oberösterreich weilen, achten Sie auf die Haflingerfohlen. Meiden Sie Feriendomizile, in denen mit der Zucht und dem Sterben dieser Tiere Geld gemacht wird. Denn nach der Haupttouristensaison sieht man keine freudig herumtobenden Fohlen auf den Weiden mehr. Sie sind dann auf dem Weg zur nächsten Auktion und in die Schlachthäuser!
Galerie
Fohlenauktion Maishofen November 2009

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